Diözese Aachen
Ausbildung zum Wortgottesdienstleiter – ein Dienst an den Wurzeln der Schützenbruderschaften
Von Karten Engelmann
Die Schützenbruderschaften sind seit Jahrhunderten fest im kirchlichen Leben verwurzelt. Glaube, Sitte und Heimat bilden nicht nur das Leitmotiv des Verbandes, sondern prägen auch das Selbstverständnis vieler Schützenschwestern und Schützenbrüder. Doch gesellschaftliche und kirchliche Veränderungen stellen die Säule des Glaubens zunehmend vor neue Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Ausbildung zum Wortgottesdienstleiter im Diözesanverband Aachen eine immer größere Bedeutung.
Die Entscheidung, sich zum Wortgottesdienstleiter ausbilden zu lassen, hat vielfältige Gründe. Externe Faktoren spielen dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Nachdem der Reformprozess Synodale Weg zunächst beendet wurde und der Priestermangel steigt, wirkt sich dies durch eine Reduzierung von Messfeiern auch unmittelbar auf das Vereinsleben der Schützen aus. In vielen Regionen sind Präsides- oder Bezirkspräsides-Posten nicht oder nur schwer zu besetzen. Gleichzeitig benötigen die mehr als 56.000 Schützinnen und Schützen im Diözesanverband Aachen geistliche Begleitung und Orientierung. Hinzu kommt die fortschreitende Neustrukturierung des Bistums, deren langfristige Auswirkungen noch nicht in allen Bereichen absehbar sind. Schützen tragen jedoch Verantwortung für ihre eigenen christlichen Wurzeln und möchten diese auch aktiv pflegen und erhalten, auch wenn - im extremen Fall - die Jahrhunderte alte Beziehung zur heimatlichen Pfarrkirche gelöst wird. Neben diesen äußeren Beweggründen steht häufig auch ein persönliches Interesse am liturgischen Dienst. Viele Teilnehmende der Ausbildung waren zuvor bereits als Messdiener, Lektoren oder in anderen liturgischen Diensten aktiv, möchten ihre Erfahrungen vertiefen und in den Dienst der Bruderschaften stellen.
Die Ausbildung zum Wortgottesdienstleiter wird im Diözesanverband Aachen bereits seit vielen Jahren angeboten. In der Vergangenheit nahmen meist kleinere Gruppen von vier bis acht Personen teil, vereinzelt auch Gäste aus anderen Diözesen. Der diesjährige Kurs Ende Januar mit 16 Teilnehmenden zeigte jedoch, dass mit der Not der Bruderschaften auch das Interesse spürbar gewachsen ist. Kursleiter Achim Hoeps, von der ersten Stunde des Kursangebotes an mit dabei, führt mit Erfahrung, Fachkompetenz und motivierender Offenheit durch die Themenblöcke.
Der Kurs findet stets im Franz-von-Sales-Bildungshaus in Jülich-Barmen statt und bietet einen geschützten Rahmen für Lernen, Austausch und geistliche Vertiefung. Nach erfolgreichem Abschluss erfolgt die Beauftragung durch den Diözesanpräses Monsignore Glasmacher im Namen des Bischofs. Diese Beauftragung berechtigt zur Durchführung von Wortgottesdiensten ohne priesterliche Leitung im Rahmen von Schützenbruderschaften und Bezirksverbänden. Für Wortgottesdienste im pfarrlichen Kontext ist eine gesonderte Beauftragung durch das Generalvikariat erforderlich.
Das Bildungsangebot vermittelt sowohl theologisches Grundwissen als auch praktische liturgische Kompetenzen. Zentrale Themen sind die eigene Rolle und das Selbstverständnis als Leiter eines Wortgottesdienstes, der Aufbau und die Struktur dieser Gottesdienstform sowie das liturgische Kirchenjahr im Bistum Aachen. Darüber hinaus wird intensiv mit der Bibel, dem Gotteslob und dem Messbuch gearbeitet. Die Teilnehmenden lernen unterschiedliche Vorlagen und Quellen kennen, die bei der Vorbereitung eines Wortgottesdienstes unterstützen. Auch die Auswahl und Einbindung passender Lieder sowie die Frage nach den Mindestanforderungen an einen Wortgottesdienst sind feste Bestandteile der Ausbildung.
In angenehmer Atmosphäre entwickelten sich auch dieses Mal lebendige Diskussionen über liturgische Texte, persönliche Erfahrungen aus den eigenen Pfarren und die Motivation für diesen Dienst innerhalb der Schützenbruderschaften. Theologische Gespräche reichten dabei bis in die späten Abendstunden. Eine gemeinsam gefeierte Messe mit den ortsansässigen Ordensbrüdern stärkte die Gemeinschaft. Die über Nacht entstandene Predigt eines Teilnehmers zum Evangelium am 4. Sonntag im Jahreskreis stellte hier ein besonderes Highlight dar.
Die Ausbildung zum Wortgottesdienstleiter erweist sich sowohl für die persönliche Glaubensentwicklung als auch für das Leben der Schützenbruderschaften als großer Gewinn. Sie bietet einen konkreten Weg, die kirchlichen Wurzeln der Bruderschaften zu bewahren und aktiv zu gestalten. Angesichts der großen Zahl der Schützen im Diözesanverband Aachen kann der Wortgottesdienstleiter in der eigenen Bruderschaft und darüber hinaus eine wertvolle Unterstützung sein.
Nur mit dem Engagement aus den eigenen Reihen kann die Säule des Glaubens ihre Stabilität an der Basis erhalten und weiter gefestigt werden. Die Ausbildung zum Wortgottesdienstleiter ist damit nicht nur ein Dienst am einzelnen Gläubigen, sondern ein Dienst an der Zukunft der Schützenbruderschaften – ganz im Sinne von Glaube, Sitte und Heimat.
März 2026
Mönchengladbach-Holt: Hohe Auszeichnung für André Heynckes
Seit 41 Jahren ist André Heynceks Mitglied der St. Michaels Bruderschaft Mönchengladbach-Holt. 1999 wurde er in den Vorstand gewählt und gehört diesem bis heute an – zunächst als Schriftführer, seit 2013 schließlich als Präsident der 450 Mitglieder starken Bruderschaft. Über ein Vierteljahrhundert prägt er die Geschicke der Bruderschaft mit großem Verantwortungsbewusstsein, Kontinuität sowie persönlichem Einsatz und engagiert sich darüber hinaus seit vielen Jahren auch auf Bezirksebene im Bezirksverband Mönchengladbach-Rheydt-Korschenbroich. Für seine vielfältigen Verdienste wurde er nun von Bundesmeister Horst Thoren und seinem Stellvertreter Frank Joeris mit dem Schulterband zum St. Sebastianus-Ehrenkreuz ausgezeichnet.
März 2026
Kloster Maria Lind in Braunsrath - Anno-Santo-Kreuze überreicht
Im Rahmen eines Gottesdienstes in der Kirche des Klarissenklosters Maria Lind in Waldfeucht-Braunsrath überreichten Bundesschützenmeister Robert Hoppe und Diözesanbundesmeister Kurt Bongard im Januar 16 Anno-Santo-Kreuze an Bruderschaften aus dem Diözesanverband Aachen. Mitglieder dieser Vereine hatten im Heiligen Jahr 2025 als „Pilger der Hoffnung“ den Weg nach Rom gefunden.
Brudermeister Horst Ohlenforst von der gastgebenden St. Clemens und St. Aloysius Schützenbruderschaft Braunsrath freute sich über den Besuch der rund 150 Gäste. Die Braunsrather Schützen fühlten sich geehrt, als Austragungsort ausgewählt worden zu sein, zumal sie mit einem Anno-Santo-Kreuz aus dem Jahr 1933 über einen kleinen Schatz verfügen, der eine Pilgerschaft nach Rom vor schon über 90 Jahren belegt.
Dem Gottesdienst stand Bezirkspräses René Mertens vor, der auf das Leitwort des Heiligen Jahres – „Pilger der Hoffnung“ – und seine Bedeutung für die Bruderschaften einging. Und Robert Hoppe forderte die ausgezeichneten Bruderschaften und die künftigen Träger der Anno-Santo-Kreuze mit den Worten auf: „Dieses Heilige Jahr soll uns helfen, das nötige Vertrauen wiederzufinden, in der Kirche wie in der Gesellschaft, in den zwischenmenschlichen Beziehungen, in den internationalen Beziehungen, in der Förderung der Würde eines jeden Menschen und in der Achtung der Schöpfung.“
Nach dem offiziellen Teil klang die Veranstaltung mit einem Empfang im Pilgersaal des Klosters aus. Dieser bot ausgiebig Gelegenheit, die vielen Erfahrungen aus Rom untereinander zu teilen.
März 2026
Hohe Auszeichnung in Eschweiler-Hücheln
Mit dem Schulterband zum St. Sebastianus Ehrenkreuz ist der Ehrenvorsitzende der Ambrosius Schützengesellschaft Hücheln e. V. Jakob Flecken für seinen herausragenden Einsatz in seiner Heimatbruderschaft sowie als Anerkennung für seine langjährigen Verdienste ausgezeichnet worden. Aachens Diözesanbundesmeister Kurt Bongard nahm die Ehrung bei der Jahresabschlussfeier 2025 im Beisein seiner Ehefrau und wichtigen Unterstützerin Resi vor.
Jakob Flecken war seit 1968 zunächst viele Jahre Mitglied der St. Rochus-Schützen Eschweiler Wilhelmshöhe und brachte sich stark im Schießsport ein. 2007 war er Mitbegründer der Ambrosius Schützengesellschaft und bis April letzten Jahres auch ihr Vorsitzender. Insbesondere in den letzten Jahren, die durch die Corona Pandemie und die Hochwasserkatastrophe in der Region geprägt waren, hat er sich mit großem Engagement, Besonnenheit und Verantwortungsbewusstsein für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Schützengesellschaft eingesetzt. Im schießsportlichen Bereich war er ebenfalls weiter aktiv und äußerst erfolgreich. So errang er die Königs- und Bezirkskönigswürde.
Februar 2026