Ein eigenes Dach fürs Schützen- und Heimatfest
St. Hubertus-Bruderschaft Viersen-Oberbeberich schafft eigenes Festzelt an
Von André Gormanns
Ein Schützenfest ohne Festzelt ist ungefähr so vorstellbar wie eines ohne König – irgendwie geht es, aber richtig rund fühlt es sich nicht an. Viele Jahre lang mussten sich auch die Hubertus-Schützen Viersen-Oberbeberich keine Gedanken machen. Das Festzelt gehörte dazu, so selbstverständlich wie die Musik, der Festzug oder die Messe. Doch irgendwann stellte sich heraus, dass Selbstverständlichkeiten schneller verschwinden können, als man denkt.
Wenn das Festzelt plötzlich fehlt
Bis zum Jahr 2019 funktionierte in Oberbeberich alles nach einem bewährten System. Ein Festwirt stellte das Zelt auf und übernahm den Ausschank im Gegenzug einer Pauschale – eine Lösung, die sich immer bestens bewährt hatte. Für die Bruderschaft hieß das Planungssicherheit und für die Gäste ein Schützenfest in gewohntem Rahmen.
Dann kamen die Jahre 2020 bis 2022. Die Corona-Pandemie veränderte auch die Strukturen im Schausteller- und Veranstaltungsgewerbe erheblich. Viele Betriebe mussten aufgeben, andere stellten ihre Geschäftsmodelle um. Schmerzlich für die Hubertus-Schützen war, dass ihr langjähriges Festwirt-Ehepaar Karin und H.-Dieter Möller aus Mönchengladbach (inzwischen verstorben) den Betrieb aufgab.
Nach zahlreichen Gesprächen gelang der St. Hubertus-Bruderschaft schließlich, für das Schützen- und Heimatfest 2022 einen anderen Festwirt zu gewinnen. Allerdings brachte dieser kein eigenes Festzelt mehr mit. Das Zelt wurde über einen externen Zeltverleih organisiert. Eine Lösung, die zunächst funktionierte – bis Anfang 2023 die Nachricht kam, dass genau dieser Zeltverleiher künftig keine Kapazitäten mehr habe, was schließlich die Frage aufwarf: Wie sollen die Schützenfeste in Oberbeberich künftig stattfinden?
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Viele Ideen – ein Ziel
Ganz überraschend kam die Hiobsbotschaft nicht. Präsident Hans-Willi Pergens und Kassierer André Gormanns, die über ihre überörtliche Tätigkeit alle Entwicklungen sehr aufmerksam verfolgten, stellten schon früh fest, dass sich auf dem Festzeltmarkt einiges verändern würde und die grundsätzliche Zusage eines Festzeltes aus verschiedenen Gründen keine absolute Garantie mehr für eine tatsächliche Festzeltgestellung ist. Und spätestens mit Beginn der Corona-Krise bereitete der Vorstand der Bruderschaft die Mitglieder darauf vor, dass man sich soweit es geht unabhängig von aufkommenden Turbulenzen des Marktes machen müsse, um auch künftig jedes Jahr ein Schützenfest feiern zu können.
Die Schützentage 2021 – weit und breit die einzige große Schützenveranstaltung des Jahres 2021, über die damals auch der Schützenbruder ausführlich berichtete – wurden daher auch ein wenig als „Testballon“ genutzt: Unter eingeschränkten Bedingungen wurde ausprobiert, wie es sich anfühlen könnte, selbst stärker in die Rolle eines Festwirtes zu schlüpfen.
Auf dieser Grundlage wuchsen erste Überlegungen, wie sich ein Schützenfest künftig auch anders organisieren ließe.
Ein Provisorium, das besser hätte nicht sein können
Das große Glück der Hubertus-Schützen trotz fehlendem Festzelt in den Jahren 2023 und 2024: Mitten in der Ortschaft befindet sich eine Hofanlage, die über eine hochwertige landwirtschaftliche Halle verfügt. Die Eigentümerfamilie Mertens – Peter, Lisa, Theresa und Michael sind allesamt Vereinsmitglieder – stellte die Halle schon für die Schützentage 2021 zur Verfügung und taten es schließlich auch für Schützen- und Heimatfeste 2023 und 2024. So schön wie diese Feste, die von der Stimmung und Atmosphäre den „normalen Festen“ in nichts nachstanden, auch waren: Dauerhaft auf dem Mertenshof zu bleiben, war einerseits der Familie Mertens nicht zuzumuten und die Mitglieder der Bruderschaften wollten zum „Original“ zurück: dem altbekannten Festzelt am Vereinsheim der Bruderschaft.
So wurde in der St. Hubertus-Bruderschaft intensiv diskutiert. Verschiedene Möglichkeiten standen im Raum: die erneute Suche nach einem Festwirt, die jährliche Miete eines Zeltes, eine modulare Zeltstadt aus mehreren kleineren Zelten oder sogar der Bau einer eigenen Festhalle neben dem Vereinsheim. Einige dieser Ideen klangen zunächst vielversprechend. Doch bei genauerem Hinsehen zeigte sich schnell, dass nicht alle Wege praktikabel waren. Die Suche nach einem neuen Festwirt erwies sich nach wie vor als schwierig, die dauerhafte Zeltmiete als wirtschaftlich riskant und die modulare Zeltstadt als organisatorisch eher kompliziert. Besonders intensiv beschäftigte sich die Bruderschaft mit dem Bau einer eigenen Festhalle. Es gab konkrete Planungen, und sogar eine Bauvoranfrage wurde gestellt. „Doch nachdem diese über ein Jahr lang nicht beschieden wurde und mögliche Auflagen sowie Gutachten die Kosten deutlich erhöht hätten, haben wir auch diesen Ansatz verworfen“, so Präsident Pergens. Nach Abwägen von Möglichkeiten und Risiken blieb am Ende nur eine Option übrig: ein eigenes Festzelt.
Die Suche nach dem richtigen Zelt
Da Oberbeberich mit der Festzeltproblematik nicht alleine war, wurde zunächst auch sondiert, ob die Anschaffung eines Zeltes gemeinsam anderen Partnern nicht einfacher zu stemmen sei. „Wir hatten gute Gespräche mit einer anderen Bruderschaft. Es fehlte am Schluss allerdings der letzte „i“-Punkt, was die gemeinsame Interessenlage betraf“, so André Gormanns. Und so wurden die gemeinsamen Bemühungen am Ende aufgegeben. „Dies jedoch in wirklich gutem Einvernehmen“. Für die Hubertus-Schützen stellte sich nun die Frage: „Sollen wir es alleine wagen?“ Die Antwort der Mitglieder war ein sehr eindeutiges „Ja!“.
Alsdann schlug die Stunde der Praktiker. Diese machten sich daran, eine Liste mit Anforderungen zu erstellen, die ein zukünftiges Festzelt erfüllen müsste. Danach begann die Suche – und die erwies sich als überraschend schwierig. So war ein neues Zelt finanziell nicht realistisch, also musste ein gebrauchtes her. Nach längerer Recherche wurde schließlich ein Zelt in der Eifel gefunden. Dies nahm eine die eigens eingerichtete Projektgruppe im April 2025 in Augenschein. Erfreulicherweise handelte es sich um ein Zelt in einem bemerkenswert guten Zustand.
Eine große Idee braucht ein solides Fundament – die Finanzen
Ein Festzelt zu kaufen ist keine kleine Anschaffung – auch nicht für eine gut organisierte Bruderschaft. Zwar ist die Bruderschaft durch umsichtiges Wirtschaften ihres Vorstandes solide aufgestellt. Schließlich hat sie mit dem Bau des eigenen Vereinsheims im Jahr 2005, dass bereits 2017 komplett schuldenfrei war, reichlich Erfahrung. Doch das Festzelt-Projekt war nochmals eine andere Herausforderung. „Wir haben uns über Jahre finanziell vorbereitet, sowohl auf offener Bühne, wie auch im Hintergrund um Spenden und Zuwendungen geworben und standen natürlich auch gegenüber den Menschen, die mit uns an das Projekt glaubten, in der Verantwortung, alles richtig zu machen.“, so Hans-Willi Pergens. Hinzu kam viel Eigeninitiative bei nahezu allen Veranstaltungen. „Wir haben fast nichts mehr an Leistungen eingekauft“, ergänzt André Gormanns als Finanzverantwortlicher der Bruderschaft. „Der Ausschank bei Veranstaltungen wurde von wenigen Ausnahmen abgesehen, selbst bewerkstelligt. Und selbst die Pommes- und Grillbude wurde mit eigenem Personal bestückt, wie etwa bei den letztjährigen Diözesanjungschützentagen“. Durch alle diese Bemühungen stand schließlich der finanzielle Unterbau und das Zelt konnte im Frühjahr 2026 erworben werden.
Gemeinsam ans Ziel – Abschluss und Neubeginn
Wenn ein Projekt nach mehreren Jahren seinen Abschluss findet, bleibt vor allem eines zu sagen: Danke – an alle, die das Thema über die lange Zeit begleitet haben. Dazu gehören die Mitglieder der Projektgruppe, die finanziellen Unterstützer, und diejenigen, die mit Rat zur Seite gestanden haben. Nicht zuletzt gilt dem Vorstand ein Dank für den Mut, Verantwortung für ein solches Projekt zu übernehmen.
Die Anschaffung des Festzeltes war das letzte Projekt, das Präsident Hans-Willi Pergens in seiner Verantwortung als Vorsitzender der Bruderschaft anging. Gemäß seines Lebensmottos nach Kohelet „Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimme Zeit“ hat er sich nach über drei Jahrzehnten Vorstandsarbeit und davon 15 Jahre als Präsident entschieden, den Staffelstab weiterzugeben. Er brachte die Bedeutung des Projektes einmal treffend auf den Punkt: „Das Festzelt ist für unser Schützenfest mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Es ist der Ort, an dem wir zusammenkommen, feiern und unsere Gemeinschaft leben. Deshalb ist es wichtig, hier eine eigene und dauerhafte Lösung zu finden.“ Das Zelt wird beim Schützenfest vom 7. bis 9. August erstmals zu Einsatzkommen – übrigens mit Hans-Will Pergens als Schützenkönig und damit dem krönenden Abschluss eines langen Bruderschaftkapitels mit dem Versprechen, sich auch weiterhin als „echter Bebericher Jong“ für die Hubertus-Schützen Viersen-Oberbeberich einzusetzen.
07.2026
100 Jahre Schützengesellschaft St. Rochus in Nettetal-Sassenfeld – und endlich wieder Schützenfest
13 Jahre ist es her, dass in Sassenfeld Schützenfest gefeiert wurde. Doch zum 100-jährigen Bestehen, auf das Rochus-Schützen in diesem Jahr zurückblicken können, zog die Schützengesellschaft im eigenen Ortsteil zu Pfingsten endlich wieder durch die Straßen und feierte mit Jubiläumskönigin Marion Dohmes und ihren Ministerinnen Walburga Klaus – zeitgleich auch erste Brudermeisterin – sowie Ann-Kathrin Dohmes ein zünftiges Fest.
Bereits eine Woche zuvor lud der Jubiläumsverein zu einem Festbankett ins eigene Vereinsheim. Neben zahlreichen Vertretern befreundeter Vereine waren unter den Gästen auch NRW-Finanzminister Dr. Marcus Optendrenk, Nettetals stellvertretender Bürgermeister Holger Michels sowie Aachens stellv. Diözesanbundesmeister Hans-Willi Pergens, der gemeinsam mit den Repräsentanten des Bezirksverbandes Nettetal-Grefrath – Bundesmeister Bastian Beckers, Stellvertreter Dirk van Deursen sowie Ehrenbundesmeister Hans Puschmann – die Hochmeisterplakette überreichte.
07.2026
St. Sebastianus Bruderschaft Gladbach feiert neue Majestäten
Wenn der Ort Mitte Mai in den Farben Grün und Weiß erstrahlt, dann ist Schützenfest in Gladbach. Start der diesjährigen Feierlichkeiten war der Vorabend an Christi Himmelfahrt. Zahlreiche Besucher fanden sich am Schießstand an der Festhalle ein. Sie verfolgten das Königsschießen. Dabei ermitteln die Gladbacher Schützen einen Schützenkönig und einen Bruderkönig. Letzterer ist von höherem Stellenwert und gleichzusetzen wie in anderen Bruderschaften mit dem Schützenkönig. Neuer Schülerprinz wurde Wojtek Kretek und Schützenkönig wurde Schießmeister Christian Hürtgen. Die Würde des neuen Bruderkönigs sicherte sich Vorstandsmitglied Hans-Dieter Fröhling. Anschließend wurde bis spät in die Nacht gefeiert.
Am Freitag nach Christi Himmelfahrt luden die Gladbacher Schützen zum zweiten Schockturnier. Eine ganze Reihe Einwohner aus Gladbach kamen und genossen einen schönen Abend. Ebenfalls wurde das Pokalschießen der ehemaligen Majestäten und das Schießen um den Damenpokal durchgeführt. Hier hatten Heinrich Bille beim König der Bruderkönige, Christian Hürtgen beim König der Schützenkönige, Sebastian Bachem beim Prinz der Schülerprinzen und Jutta Basten aus Vlatten als Damenpokalsiegerin die Nase vorn.
Auftakt am Samstag war eine heilige Messe. Anschließend fanden am Ehrenmal das Totengedenken und die feierliche Kettenübergabe mit Verabschiedung der bisherigen Majestäten statt. Generalfeldmarschall Stefan Büb Fröhling wurde zudem für seine 70-jährige Vereinstreue geehrt. Schließlich ging es zum Königsball in der Festhalle. Dort wurde wieder bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.
Der krönende Abschluss des Schützenfestes war am Sonntag: Den Festzug mit Vorbeimarsch an den Majestäten und Ehrengästen verfolgten zahlreiche Besucher trotz Regens am Straßenrand. Musikalisch wurde der Zug begleitet durch den Musikverein Harmonie Ahrem und dem Tambourcorps Edelweiß 1925 Blatzheim. Im Anschluss sorgte der Musikverein aus Ahrem mit einem Platzkonzert für musikalische Unterhaltung. Der Dämmerschoppen mit Verlosung und Hauptpreisvogelschießen beim kulinarischen Angebot der Cafeteria mit Kaffee und Kuchen ließen das diesjährige Schützenfest der Gladbacher Schützenbruderschaft ausklingen.
07.2026
Bildzeile: Das neue Ehrenmal in Erkelenz Kuckum – zentrales Element: Ein Mühlstein Foto: Hans-Jürgen Welters
Antonius-Schützen Erkelenz-Kuckum – Einweihung des neuen Ehrenmals
Am Vorabend des 1. Mai fanden im Erkelenzer Umsiedlungsort Kuckum zwei besondere Ereignisse statt: Neben der ersten gemeinsamen Maifeier von Keyenberg (ebenfalls umgesiedelt) und Kuckum stand die Einweihung des neuen Ehrenmals am Dorfplatz im Mittelpunkt. Bei dem Ehrenmal handelt es sich um einen Mühlstein, der schon lange eine Verbindung zu Kuckum hat: am 13. Mai 1968 wurde der Mühlstein von der früheren Kuckumer Mühle abgeholt, um ihn in die Kirche Herz-Jesu zu bringen. Der anderthalb Tonnen schwere Stein wurde über die damalige Dorfstraße gerollt und mit einer selbstgebauten Rampe in die Kirche gebracht. Als er endlich dort als neuer Altar aufgebaut war, wurde mit dem damaligen Pastor Elmar Niessen feierlich mit einer Flasche Korn angestoßen. So war der Mühlstein für die Kuckumer bereits in ihrem alten Dorf ein Objekt der Freude. In seiner Rede erzählte Brudermeister Hans-Josef Dederichs nicht nur diese Geschichte, sondern erklärte auch, warum gerade der Mühlstein als Mahnmal gegen den Krieg und als Gedenkstein für Verstorbene genutzt wird. „An einem Ehrenmal wird nicht der gewonnen Schlacht gedacht, es wird an den Verlust erinnert. Den Verlust von Menschen, Nachbarn, Brüdern, Müttern und Vätern“. So erinnere ein Ehrenmal an die Niederlage des Wortes und an das Versagen der Politik. Jedes Mal, wenn ein Politiker ein Ehrenmal sehe, solle es seine Motivation zum Verhindern von Streitigkeiten bestärken. So stellte Dederichs auch einen Bezug zur aktuellen politischen Lage her. „Der Frieden ist nicht mehr so sicher, wie wir es seit 81 Jahren kennen“. Vor dem Mühlstein ist das Symbol der Taube als Botin für den Wunsch nach Frieden eingelassen. Auch Bürgermeister Stephan Muckel und Thomas Schnelle MdL waren zur Einweihung des Ehrenmals gekommen. Dederichs forderte dazu auf, auf die anwesenden Politiker zuzugehen, ihnen Fragen zu stellen und ihnen und der Demokratie zuzutrauen, Lösungen zu finden. Zum Abschluss hat er auch für die Zukunft einen Wunsch: „Vielleicht können wir dann, in 19 Jahren, 2045, einen ganz neuen Gedenkstein in Erkelenz einweihen, ein Ehrenmal, das nicht an Verstorbene erinnern muss, sondern an 100 Jahre Frieden.“ Pastor Werner Rombach sah das Ehrenmal auch als Mahnmal, das zur Hoffnung auf Versöhnung und Frieden dient: „Mahnt die Lebenden zur Umkehr und zur friedlichen Konfliktlösung“. Gestiftet wurde der Mühlstein von Familie Heimann-Bähren. Beteiligt an der Gestaltung des Denkmals und des Platzes, auf dem es nun steht, waren der Künstler Michael Franke, Dipl.-Bauing. Simone Portz sowie Architekt Sebastian Bauten – alle zuhause in Erkelenz. Beendet wurde die feierliche Einweihung des Ehrenmals mit dem Großen Zapfenstreich – ausgeführt vom Trommler- und Pfeifercorps Venrath und dem St. Josephs Musikverein Keyenberg. Im Anschluss fand die erste gemeinsame Maifeier der Umsiedlungsdörfer statt. Die Bruderschaften haben im Sinne einer guten Zusammenarbeit abgemacht, die Feier künftig abwechselnd auszurichten.
07.2026
Bildzeile: v.L. Minister Günter Tenberg mit Gattin Andrea, König Peter Schmidt, Susanne Slonski mit Gatten und Minister Sebastian Slonski Foto: Hans Hessel
Schützenfest bei den Historischen Schützenbruderschaften von Hüls 1464-1597 e.V.
Nach neun Jahren gab es im Mai wieder ein Volks–und Heimatschützenfest in Hüls. König Peter Schmidt und seine Minister Günter Tenberg sowie Sebastian Slonski hatten geladen. Zahlreiche Schützenvereine und Bruderschaften sowie Vereine und Organisationen aus Hüls folgten der Einladung. Nach dem Auftakt mit einem Dorfabend am Schützenfestfreitag, gab es am Samstag einen ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Cyriakus, musikalisch begleitet durch den Musikzug der KKG Nette Stölle Jonges. Danach fand auf dem Markt der große Zapfenstreich statt. Hier waren der Marine Spielmannszug Blau Weiß Schaephuysen und die KKG die musikalischen Akteure. Der Sonntag war bei dem großen Festzug mit anschließender Parade vorbehalten, bevor das nach allgemein herrschender Meinung gelungene Schützenfest mit einem Spätschoppen ausklang.
07.2026
Goldener Stern für Helmut Kaulard aus Dedenborn
Bundesschützenmeister Robert Hoppe ehrte gemeinsam mit Diözesanbundesmeister Kurt Bongard beim Schützenfest der St. Michael Schützenbruderschaft Dedenborn den langjährigen ehemaligen Brudermeister Helmut Kaulard mit dem Goldenen Stern zum St. Sebastianus-Ehrenkreuz.
Helmut Kaulard (67) ist seit über 50 Jahren untrennbar den Michael-Schützen Dedenborn verbunden. Als Jungschützenmeister (1977–1992) prägte er die Nachwuchsarbeit, danach war er 30 Jahre lang als Brudermeister (bis 2022) der Bruderschaft. Bis heute wirkt er als Schießmeister im Vorstand mit. Sein besonderes Augenmerk gilt dem Vereinsraum der Schützen, der sein zweites Zuhause ist.
Auch auf Bezirksebene übernahm Helmut Kaulard Verantwortung. Er war über ein viertel Jahrhundert stellvertretender Bezirksjungschützenmeister (1984-1995) bzw. Bezirksjungschützenmeister (1995-2011) des Bezirksverbandes Monschau. Im BdSJ Monschau setzte er viele Impulse und legte den Grundstein für eine weit über Monschaus Grenzen hinweg geschätzte Jugendarbeit. Darüber hinaus gehört er dem Bezirksvorstand seit über 42 Jahren als stellvertretendem Schriftführer an.
Seit 1989 prägt Helmut Kaulard auch den Arbeitskreis Aus- und Fortbildung des BdSJ-Diözesanverbandes Aachen. Er bildet seit 37 Jahren Schützenschwestern und Schützenbrüder zu Jugendgruppenleitern, unter ihnen zahlreiche Nachwuchsschützen, die Helmut Kaulards langjährige Erfahrung zu schätzen wissen.
Als Chronist des Gemeindeverbandes Simmerath (1978 gegründet) erstellte er eine Historie, die mit dem Heimatpreis der Gemeinde ausgezeichnet wurde.
Nicht zuletzt prägt eine besondere Partnerschaft die Arbeit des Schützenbruders Helmut Kaulard: Die 40-jährige Freundschaft der Schützenkompanie Wenns in Tirol mit den Schützen in Dedenborn. Seit 2012 ist er Ehrenmitglied der Schützenkompanie. Alle sechs Jahre organisiert er Pitztal-Touren, die nicht nur von den Dedenbornern dankbar angenommen werden.
Politisch wirkt Kaulard seit sechs Jahren als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Simmerath. Das Bestreben nach einer Partnerschaft mit dem Pitztal verbindet Gemeindepolitik mit dem Schützenleben.
Neben Robert Hoppe und Kurt Bongard gehörten zu den ersten Gratulanten Dedenborns Brudermeister Christian Gollub, seine 93-jährige Mutter Klara, Ehefrau Elfi und die beiden Kinder Sabrina sowie Michael, das Bundeskönigspaar Ralf und Elke Lipperheide, Ulf Meisen vom BdSJ Aachen sowie BHDS-Urgestein Franz Rosenberger
07.2026
Kleingladbacher Schützenbruderschaft Sankt Stephanus 1456 feiert drei Königstitel in einer Familie – ein Jahr, eine Kirmes, eine Familie
Schützenkönig Marek Dilsen (Mitte) feiert in diesem Jahr mit seinem Vater (l.) und seinem Großvater (r.) eine Kirmes, die im Zeichen gelebter Tradition, familiärem Zusammenhalt und Heimatgefühl steht.
Schützenbruderschaften haben aufgrund ihrer historisch gewachsenen und ihrer generationsübergreifenden Zusammensetzung von Mitgliedern bis heute einen zentralen Stellenwertwert in vielen Familien, die sich für den Fortbestand gewachsener Brauchtumspflege von Klein bis Groß engagieren. Viele der früheren Kinder, die einst auf den Schultern ihrer Eltern zur Kinderbelustigung am Vogelschuss oder an der Hand ihrer Großeltern zum Kirmeszelt gingen und dort später der ein oder anderen Jugendliebe begegnet sind, gehen heute als Offiziere, Adjutanten oder Fahnenträger in den Festumzügen mit und leben in ihren Schützengruppen jene Werte weiter, die ihnen die eigene Familie mit auf den Weg ins Erwachsenwerden gegeben haben. Denn Brauchtum pflegen beginnt damit, es in der eigenen Familie zu leben.
Diese Entwicklung hat in diesem Jahr in der Schützenbruderschaft Sankt Stephanus Kleingladbach 1456 einen ganz besonderen historischen Höhepunkt erreicht, da sich die hiesige Kirmes Ende Juli durch eine bemerkenswerte Besonderheit auszeichnen wird: Am Kleingladbacher Vogelschuss des 14. Mai 2026 war es der 26 Jahre junge Schützenbruder Marek Dilsen, der es mit viel Enthusiasmus geschafft hat, die Königswürde zu erlangen. Jedoch gilt dieser Titel in diesem Jahr nicht nur ihm. Gleichermaßen ergibt sich nämlich daraus die historische Einmaligkeit, dass Marek Dilsen seinen Königstitel im gleichen Jahr tragen kann, in dem zum einen sein Vater und Vorsitzender der Schützenbruderschaft Sankt Stephanus Kleingladbach, Achim Dilsen, die Würde des Silberkönigs trägt, da er selbst vor 25 Jahren im Jahre 2001 Schützenkönig war. Darüber hinaus feiert auch sein Großvater und Ehrenmitglied, Günter Holthausen, sein Jubiläum als Goldkönig, da er vor 50 Jahren im Jahre 1976 den Königstitel im Dorf tragen durfte. Drei Generationen einer ganzen Familie stehen somit dieses Jahr im Mittelpunkt der Kirmesfeierlichkeiten.
Für die Dorfgemeinschaft ist dies nicht nur ein berührender Beweis dafür, dass generationsübergreifende Werte sichtlich erfolgreich in die Zukunft getragen wurden, sondern auch ein Indikator dafür, dass es sich lohnt, Jahr für Jahr und mit viel Herzblut alle Kräfte für ein funktionierendes Gemeinschaftsleben in einem starken Dorf zu mobilisieren. Kleingladbach freut sich auf eine Kirmes ganz im Zeichen der Familie.
07.2026
Bildzeile: Präses Thorsten Aymanns bei der feierlichen Einsegnung der Geschäftsstelle der St. Helena Bruderschaft Rheindahlen. Foto: St. Helena Schützenbruderschaft Rheindahlen
Viel los bei den Rheindahlener Schützen zum Start der Schützensaison
Bei der St. Helena Schützenbruderschaft Rheindahlen und Kirchspiel e.V. war einige los zum Jahresbeginn. Das Schützenjahr startete mit der Krönungsmesse der neuen Bruderschaftsmajestäten. Schützenkönigin Silke McCoy mit ihren Ministern Heinz-Josef Heinen und Maximilian Ibach erhielten ihre Insignien. Die Regentschaft wird zudem eine Familienangelegenheit, denn der Sohn der neuen Königin Casey Elsberger ist gleichzeitig auch Jungkönig des Vereins.
Neues Jahr – neue Geschäftsstelle: Die Bruderschaft renovierte ihre Geschäftsstelle im Herzen des Mönchengladbacher Stadtteils Rheindalen. Im Beisein zahlreicher Gäste segnete Präses Pfr. Thorsten Aymanns die neuen Räumlichkeiten.
Neue Wege mit neuer Kirchengemeinde: Künftig gehören die Stadtteile und Ortschaften Rheindahlen, Broich, Günhoven, Wickrath, Wickrathhahn und Wanlo zu einer Gemeinde unter dem Patronat des heiligen Matthias. Das gab den Helena-Schützen Gelegenheit, mit Vertretern der anderen Bruderschaften der neuen Pfarre über Möglichkeiten der künftigen Zusammenarbeit in den Austausch zu gehen.
Brudermeister Holger Hommes mit neuem Vorstand: Mutig war auch die Entscheidung der Generalversammlung, die Arbeit im Leitungsteam der Bruderschaft durch eine Verkleinerung des Vorstandes zu verbessern, um künftig effektiver zu arbeiten. Gleich drei Beisitzerposten wurden abgeschafft. Positiv ist auch, dass nach der wegweisenden Entscheidung ein Vorstand gewählt wurde, der das junge Durchschnittsalter betreffend als einer der jüngsten in der Geschichte der Helena-Schützen gilt.
06.2026
Zwei Ehrenschilde bei der St.Sebastianus Schützenbruderschaft Vorst
Im Zeichen von Gemeinschaft und besonderer Auszeichnungen beging die St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1444 e.V. Vorst im März ihr Patronatsfest im Ökumenischen Paul-Schneider-Haus.
Höhepunkt war die Verleihung von Auszeichnungen an verdiente Vereinsmitglieder durch den stellv. Diözesanbundemeister Hans-Willi Pergens, Bezirksbundesmeister Uli Loyen sowie den stellv. Brudermeister Alexander Kupisch. Erstmalig im Bezirksverband Kempen wurde das St. Sebastianus-Ehrenschild verliehen. Die Schützenbrüder Theo Kern und Heinz-Josef Köhler erhielten die hohe Auszeichnung für ihre langjährigen Verdienste um Glauben und Kirche. Ob Lektorendienste, Pfarrfest oder die beliebten Mundartmessen – das Engagement der beiden Geehrten ist vielfältig und gibt ein Beispiel für das gute Miteinander von Bruderschaft und Pfarrgemeinde Vorst.
Darüber hinaus erhielt Rudolf Gather das Silberne Verdienstkreuz, während Franz-Josef Loyen und Josef Packbier mit dem Hohen Bruderschaftsorden ausgezeichnet wurden. Heinrich Stieger wurde das St. Sebastianus Ehrenkreuz verliehen.
06.2026
Bildzeile: Namen v.l.n.r: Hermann-Josef Eckers (Kassierer), Herbert Bihn (ehem. 2, Brudermeister), Michael Kames (2. Brudermeister), Norbert Ohlenforst (1. Brudermeister), Martin Caspers (Geschäftsführer) Foto: Johanna Goeres
Michael Kames Mitglied zweiter Brudermeister in Broich-Peel
Bei der Generalversammlung der St. Rochus Schützenbruderschaft Broich-Peel im März hat sich ein richtungsweisender Wechsel im geschäftsführenden Vorstand vollzogen. Herbert Bihn, der seit 2016 das Amt des 2. Brudermeisters innehatte, stellte sich nach zehn Jahren nicht mehr zur Wiederwahl. Bereits seit 1996 war er Teil des Vorstandes und hat über zwei Jahrzehnte hinweg das Vereinsleben entscheidend mitgeprägt. Für die Bruderschaft von großem Mehrwert war stets sein großes Netzwerk und sein Weitblick. Als General bleibt er weiterhin in einem wichtigen Amt tätig und wird auch künftig begleitend zur Seite stehen.
Zum neuen zweiten Brudermeister wurde Michael Kames gewählt. Michael ist seit vielen Jahren fest im Schützenwesen verwurzelt: als Mitglied der Reiterei, Gründungsmitglied des 2. Schützenzuges, langjähriger Teilkassierer und früherer Jungschützenmeister. In letzterer Verantwortung ist er auch über Broich-Peel hinaus im Diözesanverband Aachen kein Unbekannter. Seine Familie ist seit Generationen eng mit der Bruderschaft verbunden. Mit seiner Wahl wird der geschäftsführende Vorstand weiter verjüngt und es kann zuversichtlich auf die kommenden Jahre geblickt werden.
06.2026
Schützennachwuchs wetteiferte auf Bezirksebene
Die St. Hubertus-Wendelinus Schützenbruderschaft Rohr-Lindweiler feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen und richtet alle Veranstaltungen auf Bezirksebene aus, so auch jüngst das Bezirksprinzen- und Pokalschießen.
Die Jugendmajestäten der Bruderschaften im Bezirksverband Schleiden aus Gemünd, Keldenich, Marmagen, Reifferscheid, Rohr-Lindweiler und Wahlen hatten sich im Schützenhaus in Rohr eingefunden.
Das Bambinischießen für Jungschützen wird mit dem Lasergewehr ausgetragen und noch nicht in allen Bruderschaften angeboten. Hier trat lediglich Tom Klein aus Keldenich an und wurde damit Bambiniprinz. Neue Bezirksschülerprinzessin wurde Tania Iancu und neuer Bezirksprinz Maurice Tange; beide kommen aus Wahlen.
Am Wettbewerb um den Christoph-Kammers-Pokal nahmen Mannschaften Marmagen, Reifferscheid und Wahlen teil. Letztere konnten wie schon so oft in den Vorjahren den Sieg einheimsen.
Die besten Einzelschützen des Pokalschießens sind Miriam Koenn aus Reifferscheid mit 31 Ringen, Aaron Koll aus Marmagen und Maurice Tange aus Wahlen mit jeweils 30 Ringen.
06.2026
Bildzeile (AC0126_6F1): Pilger der St. Blasius-Schützenbruderschaft Kinzweiler Fotos: Michael Müller
Rom – Das Heilige Jahr – die Schützen als Pilger der Hoffnung
Hans-Willi Pergens
Die Heilige Pforte im Petersdom und damit die letzte derer in den großen Basiliken in Rom ist wieder verschlossen. Ein Jahr war sie offen und nach Angaben des Vatikans nutzten über 33 Millionen Pilger die seltene Gelegenheit, sie zu durchschreiten, ob aus tiefer religiöser Überzeugung oder aus anderen Beweggründen. Seitdem ist einiges passiert. Gutes Beispiel dafür ist der Papstwechsel: Die Heilige Pforte, die Papst Franzsikus an Heiligabend 2024 aus Anlass des sogenannten Ordentlichen Heiligen Jahres 2025 unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ aufstieß, wurde von seinem Nachfolger Leo XIV. am Dreikönigsfest 2026 zugemacht. Alles, was die Pilgerscharen an Hoffnungen nach Rom trugen, sind Eindrücke, die einerseits das weitere Pontifikat des neuen Papstes prägen können, die andererseits aber auch die Menschen, die in den letzten Monaten in der Ewige Stadt waren, mit nach Hause nahmen.
Zahlreiche Schützenmitglieder nahmen das Heilige Jahr zum Anlass, nach Rom aufzubrechen. Allein der BHDS machte fünf Fahrten, die EGS organisierte zwei Wallfahrten. Und da bekanntlich viele Wege nach Rom führen, gab es weitere Initiativen, ob organisiert oder privat durchgeführt, ob als Diözesan- bzw. Bezirksverband oder als Schützenbruderschaft. So hieß es im Oktober auch für eine kleine Gruppe der St. Blasius-Schützenbruderschaft Kinzweiler: Auf in den Süden, dies mit dem zusätzlichen Leitgedanken „Auf den Spuren der Mutter vom guten Rat“. Nicht nur die Publikumsmagnete der italienischen Hauptstadt sowie des Vatikans standen auf dem Programm, sondern auch ein Tagestrip in die Stadt Genazzano – und dies nicht ohne Grund: Denn dort wird seit dem 15. Jh. ein Gnadenbild der Madonna mit Kind verehrt. Eine Kopie dieses Gnadenbildes gelangte 1767 ins Rheinland und begründete die bis heute jährliche Kinzweiler Wallfahrt.
Die historische Spurensuche nach einem Stück Kinzweiler Identität, das Betreten des Petersdoms durch die Heilige Pforte oder die Begegnung mit Papst Leo XIV. bei einer Gebetsvigil waren einschneidende Erlebnisse für die 8-köpfige Gruppe der St. Blasius-Schützen. Brudermeister Michael Müller fasst die Reise so zusammen: „Die Wallfahrt verband alles, was eine moderne Schützenbruderschaft ausmacht: gelebten Glauben, gemeinschaftliches Handeln, gegenseitige Unterstützung und das Bewusstsein, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Wir erfuhren in diesen Tagen, wie Planung, Improvisation, gegenseitige Hilfe und Vertrauen ineinandergreifen.“
Was bleibt vom Heiligen Jahr?
Heilige Jahre (belegt seit 1300) sind Jubeljahre der Katholischen Kirche. Seit 1475 finden sie alle 25 Jahre statt. Damit soll jede Generation einmal die Möglichkeit haben, ein solches zu erleben.
Menschen mit Geburtsjahrgang kurz vor 1975 haben bislang drei Ordentliche Heilige Jahre erlebt. So ist es beim Textverfasser der Fall: 1975 schlichtweg zu jung, fehlte 2000 wegen des Studiums das Geld für Rom. Dank Papst Franziskus, der 2016 das außerordentliche Jahr der Barmherzigkeit ausrief, war glücklicherweise dann der Gang durch die Heiligen Pforten Roms möglich, in diesem Jahr nun das zweite Mal.
Ob man glaubt oder nicht, ob es einen Ablass der Sündenschuld gibt, oder diese weiterhin im Gepäck des verbleibenden irdischen Weges verleibt: Das Durchschreiten der Pforte ist und bleibt ein erhabener Moment, weil er nicht selbstverständlich, nicht alltäglich, nicht jedem vergönnt und vielleicht tatsächlich nur einmalig ist.
Nach Auskunft der Bundesgeschäftsstelle werden in diesen Wochen 97 Anno-Santo-Kreuze innerhalb der Verbandsfamilie überreicht. Wie die 540 ausgegebenen Pilgerkreuze mit der Jahreszahl 2025 sind sie äußeres Zeugnis, dass Schützenmitglieder im Heiligen Jahr eine Rom-Wallfahrt unternahmen.
Und die Hoffnung?
Rom hat den Beinamen „Die Ewige“ verdient. Mit der faszinierenden Vergangenheit und ihrer Strahlkraft bis in die Gegenwart wird diese Stadt auch künftig Menschen in ihren Bann ziehen – auch uns Schützen.
Das Petrusgrab unter der Kuppel des Peterdoms, der Vatikan und das Amt des Bischofs von Rom sind der Fokus der Katholischen Kirche. Dort findet Weltkirche statt. Die Katholiken hierzulande sind ein wichtiger Teil dessen, aber eben nur ein Teil. Denn die aus deutscher Sicht ausgemachten großen Probleme der Kirche sind in den Teilkirchen anderer Kontinente kleiner oder werden als solche gar nicht erst gesehen, ob es uns passt oder nicht.
Wer bei einer der Papstaudienzen auf dem Petersplatz war, konnte die Vielfalt der Sprachen und Kulturen erleben sowie eine gewisse Leichtigkeit der Menschen aus fremden Ländern. Und dies, obwohl es Christen in anderen Erdteilen – ob aus politischen, religiösen oder wirtschaftlichen Gründen – nicht so leicht haben, ihren Alltag zu bewältigen wie wir, die hier so vieles als selbstverständlich ansehen.
Hier in Deutschland dagegen nehmen wir oft die Stimmung als schwer und gedämpft wahr, als läge ein grauer Schleier über diesem Land. Ausgerechnet über dem Land mit einem Wohlstand und Reichtum, der für Milliarden Menschen anderswo unerreichbar ist.
Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Einer mag vielleicht sein, dass wir einfach nur müde geworden sind von diesem permanenten „Sattsein“ und dem Anspruch nach immer mehr.
Das Motto des Heiligen Jahres „Pilger der Hoffnung“ aber mag Mutmacher und Kompass für die Zukunft sein. Wer durch die Heiligen Pforten gegangen ist, kann anderen Menschen – ob innerhalb unserer Bruderschaften oder darüber hinaus – das Leben durch das Erfahren von Gemeinschaft, Toleranz und Solidarität sowie dem Teilen von Frohsinn leichter und auch bunter machen.
06.2026
Bild v.l.n.r.: Andreas Bodenbenner (Gemeindereferent); Uli Loyen (Bezirksbundesmeister); Bischof Dr. Helmut Dieser; Petra Volgmann (Bezirksgeschäftsführerin); Generalvikar Pfarrer Jan Nienkerke. Foto: BV Kempen
Einkehrtag des Bezirksverbandes Kempen: Ein besonderer Weg durch den Ostergarten
Auch in diesem Jahr fand am Tag vor Palmsonntag wieder der Einkehrtag des Bezirksverbandes Kempen statt. Auf dem Programm stand der Besuch des Ostergartens in der Propsteikirche Mariä Geburt in Kempen. Der Ostergarten ist eine beeindruckende, begehbare Erlebnis-Ausstellung. Er macht die Passions- und Ostergeschichte hautnah erlebbar – vom Einzug in Jerusalem über das letzte Abendmahl bis hin zum leeren Grab. Die Kirche verwandelt sich dabei in verschiedene Stationen, die durch Licht, Farben und Materialien unterschiedliche Stimmungen erzeugen. Ein großes Lob galt dem Organisationsteam und den vielen ehrenamtlichen Helfern aus dem pastoralen Raum Kempen/Tönisvorst, die dieses Projekt ermöglichen.
Die Begrüßung der zahlreichen Schützenschwestern- und -brüder erfolgte durch Bezirksbundesmeister Uli Loyen und Präses Propst Dr. Thomas Eicker. Im Anschluss wurden die Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt, die nacheinander verschiedene Stationen besuchten: Während die erste Gruppe den geführten Ostergarten besichtigte, verweilte die zweite Gruppe bei Kaffee und Kuchen im Pfarrzentrum. Die dritte Gruppe stimmte sich derweil mit geistlichen Impulsen von Propst Dr. Eicker auf das bevorstehende Osterfest ein. Nach jeweils einer Stunde wechselten die Gruppen die Stationen.
Besonders groß war die Freude über zwei unerwartete Gäste aus dem Bistum Aachen: Bischof Dr. Helmut Dieser und Generalvikar Pfarrer Jan Nienkerke kamen an den Niederrhein, um gemeinsam mit der Schützenfamilie diesen im Bistum einzigartigen Ostergarten zu besuchen.
Geschulte Mitarbeitende vermittelten die Geschichte Jesu mit großer Tiefe und Emotion. Die Teilnehmenden würdigten das Konzept als „erlebnisreiche Reise“ und als wertvolle Möglichkeit, dem Leben Jesu unmittelbar zu begegnen.
Zum Abschluss versammelten sich alle Teilnehmer wieder in der Propsteikirche zu einer gemeinsamen Andacht, in deren Rahmen Propst Dr. Eicker die mitgebrachten Palmsträuße segnete.
Der Einkehrtag zeigte allen Beteiligten einmal mehr, wie wichtig das Miteinander und das Leben der Werte „Für Glaube, Sitte und Heimat“ gerade in der heutigen Zeit sind. Die Geschichte Jesu wurde an diesem Tag greifbar und regte zum Nachdenken an.
06.2026
Bildzeile: Auch VFL-Größen wie der frühere Borussia-Torwart Uwe Kamps schauten vorbei. Foto: Heimat- und VFL Dorthausen 1964 e.V - St. Christophorus Schützenbruderschaft
„Geht doch!“ – Inklusion im Herzen der Schützenbruderschaft Dorthausen
Die St. Christophorus Schützenbruderschaft Mönchengladbach-Dorthausen setzte im März wieder ein deutliches Zeichen: Mit der „Feier mit und ohne Handicap“ demonstrieren die Dorthauser Schützen seit 2010 jedes Jahr auf Neue, wie gelebte Inklusion geht – ohne Wenn und Aber.
Ein Fest in eigener Regie, über Jahre hinweg mit viel Logistik, Herz und Hingabe geplant und umgesetzt. Die Mühen lohnen sich: Denn hier zählt nicht nur Tradition, sondern vor allem das Miteinander. Menschen mit Behinderungen – unabhängig von Art und Ausprägung – gehören fest dazu. Und das Fest bietet mehr als Unterhaltung: Es sendet eine klare Botschaft, dass Barrieren überwunden werden können, dass Austausch, Gleichberechtigung und Vielfalt Normalität sind.
Das Programm ist bunt: ob die bekannte Schlagersängerin Iris Criens oder das Maskottchen Jünter von Borussia Mönchengladbach – für die Gäste jeden Alters ist etwas dabei. Und natürlich kommt der Gemeinschaftsgedanke nicht zu kurz: Vielen Mitstreitern, Betreuern, Fahrdiensten und Spendern gilt ein besonderer Dank und ohne deren Engagement vieles nicht denk- und machbar wäre. Dankbar sind die Organisatoren auch über den Veranstaltungsort: Das Foyer der NEW Box ist längst zur Heimat geworden und liefert im besten Sinne den Boden für eine erfolgreiche Inklusion.
Mit dem Festakt zur Krönung des Königshauses 2026 mit König Paul Wollensack an der Spitze des jüngsten Königshauses in der Vereinsgeschichte wurde einmal mehr deutlich: Traditionen werden hier nicht nur bewahrt, sondern auch weiterentwickelt – hin zu mehr Teilhabe und Miteinander.
Geht doch! Dieser Slogan ist mehr als ein Motto: Er steht für Austausch zu Normalität, Dialog und Vielfalt. Die St. Christophorus Schützenbruderschaft Dorthausen zeigt, wie Verantwortung in der Gesellschaft konkret umgesetzt wird – und lädt weitere Vereine ein, nachzuziehen.
06.2026
50 Jahre Amerner Husaren
Die Amerner Husaren der St. Pankratius-Schützenbruderschaft feiern 2026 ihr 50-jähriges Bestehen. Gegründet wurde der Zug 1976 aus ehemaligen Mitgliedern des Jägerzuges von 1974. Bereits 1982 engagierten sich die Husaren mit einer Wohltätigkeitsaktion zur Restaurierung der St.-Antonius-Statue, 1986 folgte die Anschaffung historischer Uniformen nach dem Vorbild des Leib-Garde-Husaren-Regiments von 1811. Mit diesen schmucken Uniformen bereicherte die Gruppe viele Jahre die offiziellen Auftritte der Bruderschaft. Seit 1989 prägte zudem das beliebte Oktoberfest das Dorfleben. Mit vier Schützenkönigen, dem ersten Schützenkaiser Heinz Aengenoordt (2014) und bis heute acht aktiven Gründungsmitgliedern stehen die Husaren seit fünf Jahrzehnten für Gemeinschaft, Tradition und Engagement.
Juni 26
Spende für die Erkelenzer Tafel
Anlässlich der Krönungsmesse der Schützenbruderschaft Unserer Lieben Frau 1418 Erkelenz e.V. mit dem Thema „Solidarität mit den Menschen am Rande der Gesellschaft“ erfolgte eine Türkollekte. Die Sammlung wurde von der Bruderschaft auf den Betrag von 400 € aufgerundet und von Kassiererin Eva Thönissen sowie Gerda Marie- Schmidt-Dobrowolny an den Leiter der Erkelenzer Tafel Manfred Fröhlinch übergeben. Dieser zeigte sich dankbar über die Wertschätzung seiner Einrichtung durch die Erkelenzer Bruderschaft.
April 26
Gemeinsam unterwegs – Pilgern als Schützen auf dem Eifel-Camino
Pilgern hat in der Kirche eine lange Tradition. Wer pilgert, verlässt bewusst den Alltag, um sich neu auszurichten – im Glauben, in der Gemeinschaft und im eigenen Leben. Oft fällt der Blick dabei auf die großen Jakobswege in Spanien oder Frankreich. Doch auch in Deutschland gibt es Pilgerwege, die diese Erfahrung ermöglichen. Einer davon ist der Eifel-Camino.
Der Eifel-Camino führt durch eine stille, ursprüngliche Landschaft zwischen Andernach und Trier. Wälder, Höhenzüge, kleine Orte und alte Kirchen prägen den Weg. Gerade diese Nähe zur eigenen Heimat macht den besonderen Reiz aus: Pilgern beginnt nicht erst in der Ferne, sondern kann direkt vor der eigenen Haustür beginnen.
Für Schützenbrüder, Schützenschwestern und Jungschützen bietet das Pilgern auf dem Eifel-Camino eine besondere Möglichkeit, Gemeinschaft und Glauben miteinander zu verbinden. Das gemeinsame Gehen, das Gespräch unterwegs und das bewusste Innehalten erinnern an das, was das Schützenwesen seit jeher prägt: Zusammenhalt, Verantwortung füreinander und die Verwurzelung im christlichen Glauben.
Dabei steht nicht die sportliche Leistung im Vordergrund. Die Etappen sind gut machbar, die Tage bewusst entschleunigt. Übernachtet wird in Pilgerherbergen, Pensionen oder Gasthöfen. Zeit für Gebet, Austausch und Stille gehört ebenso dazu wie das gemeinsame Abendessen. So wächst Gemeinschaft nicht nur durch Worte, sondern durch das gemeinsame Unterwegssein.
Gerade in einer Zeit, in der viele nach Orientierung und Sinn suchen, kann das Pilgern als Schützen ein starkes Zeichen sein. Es verbindet Generationen, lädt zur Begegnung ein und eröffnet neue Wege des Glaubens – fernab von Lärm und Hektik.
Der Eifel-Camino könnte daher ein Impuls sein, im Kreis der Schützen neue Formen des gemeinsamen Glaubenslebens zu entdecken. Vielleicht ist es an der Zeit, diese Idee aufzugreifen und gemeinsam als Schützen einen Weg zu gehen – Schritt für Schritt, miteinander und im Vertrauen auf Gott.
März 26
Verleihung Schulterband und St. Sebastianus Ehrenkreuz
Die St. Seb. Schützenbruderschaft 1678 Bardenberg e.V. begeht das jährliche Patronatsfest immer mit der Messfeier in St. Peter und Paul Bardenberg und startet danach eine kleine Familienfeier im Vereinslokal Kolberg. In diesem Jahr gab es dazu auch wieder einen besonderen Grund, denn zwei der Mitglieder sollten gesondert geehrt werden.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte zunächst die Siegerehrung der Vereinsmeisterschaft und die Ehrung des Kronprinzen Paul Brepols. Auch die Bardenberger Prinzengarde hat wieder einen Abstecher machen können und sich mit dem Dreigestirn Prinz Anke I., Bauer Petra II. und Jungfrau Maxi I. eingefunden. Eoin kurzweiliger Besuch, der die Stimmung aufheiterte.
In diesem Jahr gab es aber auch Mitglieder, die eine besondere Ehrung erfahren durften. Frank Kuntz ist bereits seit 1971 Schütze und hat auch schon mal einen Vereinswechsel vollzogen. Treu blieb er der Bruderschaft aber immer und half auch, als er kein Mitglied war. Den Weg zurück hat er 2015 gefunden und ist in diesem Jahr zum Brudermeister gewählt worden. Für seinen Einsatz rund um das Schützenwesen und die Bruderschaft erhielt er aus den Händen des frisch gewählten Bezirksbundesmeisters Stefan Reim das St. Sebastianus Ehrenkreuz.
Die nächsthöhere Ehrung galt es an ein Mitglied zu verleihen, das der Bruderschaft bereits seit 1968 verbunden ist, wobei er von 1975 bis 1987 eine Pause eingelegt hat. Aber auch er war in dieser Zeit nie ganz weg. Er ist kein Mensch der großen Worte. Wenn Arbeiten anstehen, werden diese kurzfristig erledigt, ohne dass viel Wind darum gemacht wird. Die Bruderschaft ist dankbar, ihn als Mitglied zu haben, denn ansonsten könnten wir unseren alten Schießstand in der „Alten Schule Am Kaiser“ noch nicht wieder nutzen. Das Vereinshaus wurde wegen der Einsturzgefahr des Dachstuhls geschlossen und erst Jahre später wieder eröffnet. In vielen Arbeitsstunden er oft allein dafür gesorgt, dass alles wieder aufgebaut wird und nun auch wieder als Schießstätte zur Verfügung steht. Diözesanbundesmeister Kurt Bongard nahm dann auch die Ehrung vor und überreichte Kurt Leisten das Schulterband zum St. Sebastianus Ehrenkreuz mit Urkunde. Seiner Frau sprach er einen besonderen Dank aus, denn ohne diese wären solche Arbeiten nicht möglich. Die Bruderschaft würdigte die Ehrung mit stehendem Applaus.
Der Tag endete in gemütlicher Runde, wo natürlich viele Anekdoten erzählt wurden.
März 26
Die jüngste Jahreshauptversammlung der St. Urbanus Schützenbruderschaft 1715 in Birgden am markierte das Ende einer beeindruckenden Ära und gleichzeitig den Beginn eines neuen Kapitels. Nach beeindruckenden 28 Jahren Präsidentschaft trat Hermann-Josef Peters nicht erneut zur turnusmäßigen Vorstandswahl an.
Die hohe Präsenz der Mitglieder sowie der Besuch von Ehrendekanatsbundesmeister Heinrich Aretz unterstrichen die Bedeutung dieses Tages. In Anerkennung seiner fast drei Jahrzehnte währenden, unermüdlichen Verdienste um das Schützenwesen wurde Hermann-Josef Peters von der Versammlung zum Ehrenpräsidenten gewählt.
Zum neuen Präsidenten wählten die Schützen Adrian Wiesmann. Mit ihm bekommt die Bruderschaft einen Nachfolger, der bereits von 2004 bis 2018 als Geschäftsführer die Geschicke des Vereins mitgestaltet hat.
März 26
Historische Schützen Hüls ernennen erstmals Frau zur Präses
Beim diesjährigen Patronatsfest der Historischen Schützenbruderschaften von Hüls1464-1597 e.V. gab es ein Novum in der Geschichte des uralten Krefelder Vereins: Mit Pastoralreferentin Steffi Denter bekommt die Bruderschaft erstmals eine Frau als Präses. Aus den Händen von Brudermeister Peter Schmidt und seinem Stellvertreter Günter Tenberg erhielt sie als äußere Zeichen das Präses-Schild der Bruderschaft und den Präses-Orden des BHDS. Ihre erste Aufgabe war die Durchführung eines Wortgottesdienstes zum Auftakt des Patronatstages, an dem die Hülser Schützen traditionell auch ihre Jahreshauptversammlung mit umfangreicher Tagesordnung abhalten.
Feb. 23
Schützen Mönchengladbach-Venn: 5600 Euro für den guten Zweck
Traditionell hielt die St. Josef-Bruderschaft-Venn im Januar ihre Jahreshauptversammlung ab. Präsident Jürgen Zimmermanns begrüßte 180 Schützenbrüder, unter ihnen König Marcel Reinhard, Jungkönig David Claßen und Schülerprinz Elias Hillekamp. In gewohnter Manier arbeiteten die Venner Schützen die Tagesordnung ab. Höhepunkt der Versammlung war dabei die Verkündigung des Erlöses des Sozialprojektes 2025. In jedem Jahr sammelt die Bruderschaft für einen guten Zweck. Auf Anregung des Königs Marcel Reinhard wurde im letzten Jahr für den „Zwergnase e.V.“ der Städtischen Kliniken Mönchengladbach gesammelt. „Zwergnase“ kümmert sich in erster Linie um die Unterstützung und Förderung von früh- und risikogeborenen Kindern. Dr. Bernhard Mittermaier, Vorstandsmitglied von Zwergnase e.V., konnte sich über einen Betrag in Höhe von 5600 Euro freuen, der nun den Kindern und Eltern, die von „Zwergnase“ betreut werden, zugutekommt. Der Check wurde ihm von Seiten des Präsidiums der Bruderschaft schon eine Woche früher im Rahmen des Neujahrsempfangs der Bruderschaft überreicht.
Ulrich Willekes, Ehrenpräsident und Initiator der alljährlichen Sozialaktion erklärte, dass auch 2026 wieder gesammelt werde – dieses Mal für die vier Kindertagesstätten, den Förderverein der Grundschule und den Seniorentreff in Venn.
Feb. 23
Viersen – Schulterband für Frank Schreven
Bei der Sebastianusfeier des Bezirksverbandes Viersen-Mitte wurde Frank Schreven mit dem Schulterband zum St. Sebastianus-Ehrenkreuz ausgezeichnet. Die Ehrung nahmen der stellv. Aachener Diözesanbundesmeister Hans-Willi Pergens und Viersens Bezirksbundesmeisterin Claudia Küsters vor.
Frank Schreven ist seit 50 Jahren Mitglied der St. Remigius-Bruderschaft Unterbeberich. Er übernahm sowohl in der Bruderschaft als auch auf Bezirksebene über zwei Jahrzehnte lang Verantwortung: Zunächst war er viele Jahre Schatzmeister vor Ort und im Bezirksverband. Von 2013 – 2022 amtierte er als Vorsitzender der Unterbebericher Bruderschaft. Schließlich repräsentierte er Viersens Schützenfamilie von 2022 – 2025 als stellv. Bezirksbundesmeister. Der Unterstützung seiner Ehefrau Susanne konnte er sich über die lange Zeit seines bruderschaftlichen Einsatzes stets sicher sein.
Feb. 26
Anno-Santo-Kreuz für die St. Sebastianus-Bruderschaft Wegberg Beeck
Im Heiligen Jahr machten sich von den Sebastianus-Schützen Beeck Hans-Winkens und Ralf Wolters auf nach Rom. Im Nachgang der Wallfahrt wurde der Bruderschaft beim Patronatsfest im Januar nun durch stellv. Bundesschützenmeister Wolfgang Genenger das Anno-Santo-Kreuz ausgehändigt.
Feb. 26
Neues Jahresleitwort im Bezirksverband Viersen-Mitte
Es ist Tradition, dass der Bezirksverband Viersen-Mitte am Jahresanfang ein Leitwort veröffentlicht. Das Jahr 2026 stellt Viersen Schützenfamilie unter das Motto „Bewahre, was gut ist und segne, was neu beginnt“. Und so griff auch Bezirkspräses Roland Klugmann in seiner Predigt anlässlich der Sebastianusfeier im Januar den Leitspruch auf und hob die Traditionen der Schützenbruderschaften aber auch deren Auftrag, neue Wege zu beschreiten, hervor.
Die Idee zur Herausgabe eines Jahresleitwortes geht auf den ehemaligen Bezirksbundesmeister Hans-Willi Pergens zurück, der erstmals 2010 einen Leitgedanken veröffentlichte, indem er ihn auf einem kleinen Hosentaschenzettel abdruckte und diesen am Jahresanfang mit einem Impulsgedanken verteilte. Seine Nachfolgerin Claudia Küsters setzt diese kleine aber wirkungsvolle Geste bis heute fort.
Die kleinen Zettel in Form einer Visitenkarte finden sich nach ihrer Veröffentlichung über das ganze Jahr hinweg in Geldbörsen oder der Innentasche von Uniformen wieder. Manche Mitglieder verfügen sogar über einen Satz aller veröffentlichter Hosentaschenzettel seit 2010. Aber damit nicht genug: Das Jahresleitwort findet auch inhaltliche Anwendung: Bei Bruderschaftsgottesdiensten, Andachten, geistlichen Impulsen, Ansprachen oder als Abdruck in den Festschriften.
März 2026
Bildzeile – von links nach rechts: Bezirkskönig Walter Krieger, Bezirkspräses Josef Wolff, Bezirksbundesmeister Axel Klasen Foto: Axel Klaßen
Amtseinführung des Bezirkspräses beim Bruderschaftstag des Bezirksverbandes Düren-Süd
Am Christkönigstag Ende November feierte der Bezirksverband Düren-Süd die Amtseinführung von Pfarrer Josef Wolff als neuen Bezirkspräses. Nach einer fast zweijährigen Vakanz hat die Schützenfamilie endlich wieder eine geistliche Leitung, deren Bedeutung für den Zusammenhalt, die Werteorientierung und die Gemeinschaft des Verbandes nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.
Bezirksbundesmeister Axel Klasen begrüßte Präses Wolff herzlich und betonte, dass man mit Pfarrer Wolff einen mit den Schützen eng verbundenen Geistlichen gefunden habe.
Der Tag begann mit einer festlichen Messe in der Pfarrkirche Kufferath, gefolgt von einem gemeinschaftlichen Frühstück, das den Austausch zwischen Bruderschaften und Generationen förderte. Besonders wertvoll waren die Gespräche mit Pfarrer Wolff, die viele als motivierend empfanden.
Ein weiterer Höhepunkt war die Ehrung der amtierenden Bezirksmajestäten. Bundesmeister Axel Klaßen und Präses Wolff überreichten dazu Urkunden und Ehrenzeichen. Den Abschluss bildete die Siegerehrung des Bezirksplakettenschießens, bei der die besten Schützinnen und Schützen für Treffsicherheit, Fairness und Ehrgeiz geehrt wurden.
Febr. 2026
St Blasius Schützenbruderschaft Kinzweiler 1718 e.V.
Die St Blasius Schützenbruderschaft Kinzweiler 1718 e.V. war mit ihren Gruppenleitern unterwegs. Vielleicht können Sie den Text für eine der nächsten Ausgaben berücksichtigen. Wir würden uns freuen, da es ja nicht so häufig vorkommt, das Jugend auf den Spuren ihre Wallfahrtsstätte ist:
" St. Blasius-Schützenbruderschaft Kinzweiler auf den Spuren der „Mutter vom Guten Rat“
Wallfahrt, Abenteuer und gelebte Gemeinschaft – Gruppenleiter erleben eine außergewöhnliche Pilgerreise nach Rom und Genazzano
Die St. Blasius-Schützenbruderschaft Kinzweiler unternahm gemeinsam mit ihren Gruppenleitern eine eindrucksvolle Wallfahrt nach Italien. Ziel war die Basilika Madonna del Buon Consiglio in Genazzano – der Ursprungsort des Gnadenbildes „Mutter vom Guten Rat“, dessen Kopie seit 1767 in der Kinzweiler Kirche verehrt wird. Die Reise verband Glauben, Geschichte und Gemeinschaft in einer Weise, die allen Teilnehmern nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.
Ein turbulenter Beginn – mit göttlicher Fügung
Schon die Anreise wurde zur ersten Bewährungsprobe: verspätete Flüge, knappe Eincheckzeiten, Sitzplatzchaos. Doch mit
etwas Glück – oder göttlicher Eingabe – fügte sich alles. Die Gruppe erreichte Rom verspätet, aber erleichtert. Dank spontaner Organisation und tatkräftiger Hilfe durch die Vermieterin, die
kurzerhand einen Limousinenservice stellte, erreichten alle noch in der Nacht ihre Unterkunft.
Ankommen, Zuhören, Zusammenfinden
Der erste Tag stand im Zeichen des Ankommens. Nach Frühstück und ersten Einkäufen nutzten die Teilnehmer den Tag am
Meer, um zu entspannen, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Eindrücke der Anreise zu verarbeiten. Am Abend wurden die Erlebnisse in offener Runde reflektiert – sinnbildlich öffneten alle ihren
„Rucksack“: Was trägt jeder mit sich, was belastet, was bewegt? Diese Gespräche legten den Grundstein für das, was in den kommenden Tagen entstehen sollte – echtes Miteinander.
Auf den Spuren der „Mutter vom Guten Rat“
Am zweiten Tag führte die Pilgerfahrt nach Genazzano. Mit Bahn, Metro und Bus erreichte die Gruppe den Ursprungsort
des Marienbildes, das Kinzweiler mit diesem Ort seit Jahrhunderten verbindet. Nach einem herzlichen Empfang und einem traditionellen Mittagessen feierte die Gemeinschaft eine Messe in der Basilika
Madonna del Buon Consiglio. Die Augustiner-Mönche und der örtliche Bischof zeigten sich beeindruckt von der Geschichte der Kinzweiler Wallfahrt. Zum Abschluss segnete der Bischof die Pilger
– ein bewegender Moment, der für viele den geistlichen Höhepunkt der Reise darstellte. Am Abend wurde das Erlebte bei Pizza und intensiven Gesprächen reflektiert.
Rom – Glauben und Geschichte erleben
Der dritte Tag stand ganz im Zeichen der Ewigen Stadt. Der Besuch des Petersdoms, eine Messe und die Begegnung mit
Papst Leo XIV., der im Papamobil durch die Menge fuhr, sorgten für unvergessliche Eindrücke. Bei einer Führung durch den Dom spürten die Teilnehmer die tiefe Atmosphäre dieses Ortes, der Glauben,
Geschichte und Gegenwart vereint.
Zurück in der Unterkunft wurde gemeinsam gekocht – ein Abend, an dem Gespräche über Glauben, Inspiration und Gemeinschaft die Tische füllten.
Kolosseum, Trevibrunnen, Pantheon – und die Rückkehr nach Hause
Am Abreisetag blieb noch Zeit für Kultur. Nach dem Packen und dem Abgeben des Gepäcks besuchten die Teilnehmer das
Kolosseum, den Trevibrunnen und das Pantheon. Beim gemeinsamen Mittagessen wurden letzte Eindrücke geteilt, bevor es per Bus zurück zum Flughafen ging. Trotz Müdigkeit herrschte Einigkeit: Diese Tage
hatten bleibende Spuren hinterlassen.
Mehr als eine Fahrt – ein gemeinsamer Weg
Die Wallfahrt verband alles, was eine moderne Schützenbruderschaft ausmacht: gelebten Glauben, gemeinschaftliches
Handeln, gegenseitige Unterstützung und das Bewusstsein, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Die Gruppenleiter erfuhren in diesen Tagen, wie Planung, Improvisation, gegenseitige Hilfe und
Vertrauen ineinandergreifen.
Im Rahmen der Stiftung St. Peter & Paul Eschweiler konnte ein Teil der Kosten gefördert werden. So zeigte diese Reise, dass Werte wie Gemeinschaft, Rücksicht, Inklusion, Freundschaft und Respekt keine abstrakten Begriffe sind, sondern in der Praxis gelebt werden können – selbst (oder gerade) dann, wenn nicht alles nach Plan läuft.
Am Ende blieb mehr als eine Erinnerung: das Gefühl, gemeinsam gewachsen zu sein. Eine Fahrt, die zeigte, dass Schützenbruderschaft mehr ist als Tradition – sie ist gelebter Glaube, Zusammenhalt und Menschlichkeit."
St Blasius Schützenbruderschaft Kinzweiler 1718 e.V.
Febr. 2026
Trauer bei den Historischen Schützen in Hüls
Innerhalb kurzer Zeit starben bei den Historischen Schützen Hüls zwei Menschen, die ihrer Bruderschaft sehr am Herzen lagen. Dieter Eicker und Dieter Berkenkötter. Dieter Eicker war 25 Jahre Mitglied der Hülser Schützen. Er bekleidete das Amt des Oberleutnants und das des Hauptmanns. Er war Minister und Mitglied der 1. LG aufgelegt Mannschaft. Dieter Berkenkötter war 36 Jahre Mitglied. Er war Königsoffizier und 1995-1997 König der Bruderschaft, Zudem war er Bezirkskönig des Bezirksverbands Krefeld-Willich-Meerbusch. Er wurde mit dem silbernen Verdienstkreuz und dem Königsorden ausgezeichnet. 1998 nahm er das Amt des 2. Archivars an.
Die Historischen Schützen Hüls werden die Verstorbenen in guter Erinnerung bewahren.
Feb. 2026
St. Paulus Schützen Mönchengladbach-Mülfort: Mit Optimismus ins Jubiläumsjahr
Die St. Paulus Schützenbruderschaft Mülfort e. V. blickt auf ein Jahr des Aufbruchs zurück. Mit neuem Vorstandsteam war 2025 geprägt von Gemeinschaft und dem Willen, Tradition mit zeitgemäßer Ausrichtung zu verbinden.
Ein Meilenstein war die Anschaffung eines Duplikats der historischen Vereinsfahne, ermöglicht durch die Unterstützung der Stadtsparkasse. Während das wertvolle Original nun einen Ehrenplatz in der St. Paulus Kirche erhält, wird die Bruderschaft die neue Fahne bei ihren offiziellen Auftritten verwenden.
Auch gesellschaftlich setzte die Bruderschaft Zeichen: Beim interreligiösen Patronatsfest zeigte der Verein gemeinsam mit Präses Achim Köhler Flagge für Toleranz und Zusammenhalt im Stadtteil.
Auch das erste Schützen-Biwak der Vereinsgeschichte im Rahmen des Schützenfestes war ein Höhepunkt. Selbst der Diebstahl eines Hauptversorgungskabels und damit einhergehender Kostenschaden konnte den Erfolg nicht trüben und war zudem Anlass, sich von nun an mit einem eigenen Stromanschluss für die Zukunft besser abzusichern.
Nun blicken die Paulus-Schützen mit Vorfreude ins Jubiläumsjahr 2026. Die Bruderschaft blickt auf 75 Jahre Vereinsgeschichte zurück – und das mit Kaiser Karl-Heinz Rix, dessen Geburtsjahr 1951 ausgerechnet das Gründungsjahr der Mülforter Schützen ist. Bereits 1979 und 2018 war er König und wird dem Jubelverein mit Ehefrau Anka Rix sowie den Ministern Josef Maibaum und Dirk Sachsenhasuen ein weiteres Mal vorstehen.
Vorfreude herrscht auch bei Jungkönig Luca Glasmacher mit den Rittern Michelle Müllers Pascal Ohligschläger. Letzterer hat vorläufig auch die Leitung der Jugendabteilung übernommen, nachdem die langjährige Jungschützenmeisterin Maria Silva ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste.
Feb. 2026
Erkelenzer Bauernmarkt unterstützt Projekt „Schützen spenden Sehen“ mit 1.000 Euro
Beim ökumenischen Gottesdienst auf dem Bauernmarkt Hohenbusch in Erkelenz im vergangenen Oktober wurde für das BHDS-Projekt „Schützen spenden Sehen“ gesammelt. Es kamen 1.000 Euro zusammen.
Die Übergabe des Spendenschecks fand Ende November am Veranstaltungsort des jährlichen Bauernmarktes statt, dem ehemaligen Kreuzherrenkloster in Erkelenz-Hohenbusch. Seitens der Veranstaltungsgemeinschaft waren dabei Chistian Michels, Christian Helpenstein und Wilfried Bürgers. Vom Caritativen Ausschuss des BHDS kamen Uli Loyen (DV Aachen) und Heinz-Peter Thoebarth (DV Münster).
"Wir freuen uns, dass wir mit dieser Spende dazu beitragen können, die Ausbildung von drei Augenoptikern in Kamerun zu unterstützen", sagte Christian Michels.
Das Projekt des BHDS zielt darauf ab, die Zahl der von Flussblindheit betroffenen Menschen in Kamerun zu reduzieren. Durch ambulante Operationen in mobilen Augenkliniken können viele ihre Sehkraft zurückerlangen, benötigen jedoch anschließend die fachkundige Betreuung von Augenoptikern und passende Brillen. Dazu wiederum dient die Brillensammlung, die der BHDS in allen Diözesanverbänden laufend durchführt.
"Wir sind dankbar für die großzügige Spende und freuen uns, dass jeder Euro ohne Abzug ankommt", sagte Uli Loyen. "Unser Motto 'Schützen spenden Sehen' zeigt, dass wir uns für die Menschen in Kamerun einsetzen und ihnen helfen wollen, ein neues Leben zu führen."
Weitere Informationen zu den caritativen Projekten des BHDS gibt es unter:
https://www.bund-bruderschaften.de/schuetzen-helfen/engagement/
Feb. 2026